Route Napoléon: Ein Roadtrip durch die Provence, die Verdonschlucht und einige der schönsten Straßen Frankreichs
Für alle, die gerne Auto fahren, braucht die N85 keine große Vorstellung. Sie gehört zu den bekanntesten Straßen Europas und ist wahrscheinlich eine der abwechslungsreichsten Routen, die man auf einer Sportwagentour entlang der Route Napoléon erleben kann. Schnelle Kurven, ständige Rhythmuswechsel, spektakuläre Ausblicke und ein Straßenbelag, der dazu einlädt, einfach immer weiterzufahren.
All das eingebettet in die wunderschöne Landschaft der Provence, entlang der Strecke, die Napoleon auf seinem Weg von Elba zurück nach Paris zurücklegte.
Unser Wochenende begann am Freitagabend in Valbonne, unweit von Grasse. Dort trafen wir uns zum gemeinsamen Auftakt des Tour-Wochenendes. Gute Gespräche, ein Glas Wein und die Vorfreude darauf, eine Region zu entdecken, die viele von uns bisher noch nie mit dem Auto erkundet hatten.




Der perfekte Rhythmus der N85 und die Verdonschlucht
Am Samstagmorgen begrüßte uns die Provence mit strahlendem Sonnenschein. Von Grasse aus folgten wir der Route Napoléon in Richtung Digne-les-Bains und befuhren einige der schönsten Abschnitte der gesamten Strecke.
Was an dieser Straße sofort begeistert, ist ihr Rhythmus. Die Kilometer vergehen wie im Flug, die Kurven gehen fließend ineinander über und das Fahren fühlt sich erstaunlich entspannt an. Ganz anders als auf vielen Alpenpässen mit ihren endlosen Kehren. Hier fährt man viel, ohne am Ende des Tages erschöpft zu sein. Genau das macht die Route Napoléon zu einer der beliebtesten Fahrstrecken Frankreichs.
Zur Mittagspause erreichten wir Bauduen am türkisfarbenen Lac de Sainte-Croix. Einer dieser Orte, die wie aus einer Postkarte wirken und an denen man gerne länger bleiben würde. Zum Glück wartete am Nachmittag bereits eines der Highlights der Region auf uns.
Die Verdonschlucht beeindruckt jedes Mal aufs Neue. Steile Felswände stürzen tief in die Schlucht und eröffnen immer wieder spektakuläre Ausblicke. Es ist einer dieser Orte, die in Wirklichkeit noch beeindruckender sind als auf Fotos.
Nach fast einem ganzen Tag am Steuer kehrten wir mit einem überraschenden Gefühl ins Hotel zurück: viele gefahrene Kilometer, aber deutlich weniger Müdigkeit als erwartet. Einige nutzten die Gelegenheit für eine kurze Abkühlung im Pool, während andere noch lange über die schönsten Straßenabschnitte des Tages diskutierten.




Rote Felsen, Lotus-Freunde und … Ziegen!
Der Sonntag bot eine völlig andere, aber ebenso beeindruckende Strecke.
Nach der Fahrt entlang des Barrage de Castillon erreichten wir die spektakulären Gorges de Daluis. Die leuchtend roten Felsen erinnern eher an Arizona als an Südfrankreich und schaffen eine Landschaft, die man so in Europa kaum erwartet. Natürlich durfte hier ein Fotostopp nicht fehlen.
Zum Mittagessen ging es hinauf nach Valberg, bevor wir die wunderschönen Gorges du Cians in Angriff nahmen. Kurvenreiche Straßen, imposante Felswände und ständig wechselnde Ausblicke machten diesen Abschnitt zu einem der Favoriten des gesamten Wochenendes.
Im Laufe des Tages trafen wir außerdem einige Mitglieder des lokalen Lotus Clubs aus der Region Grasse. Ein kurzer Halt, ein paar Gespräche und die Erkenntnis, dass die Begeisterung für besondere Autos überall dieselbe Sprache spricht.
Am Nachmittag erreichten wir den Col de Vence, eine der schönsten Straßen der Provence. Hier legten wir einen weiteren Stopp für Fotos und Drohnenaufnahmen ein, bevor wir die letzten Kilometer zurück zum Hotel in Angriff nahmen.
Natürlich durfte auch eine kleine Überraschung nicht fehlen. Auf dem Rückweg geriet ein Teil unserer Gruppe plötzlich mitten in eine traditionelle Viehwanderung. Innerhalb weniger Sekunden war die Straße voller Ziegen. Nicht ganz die Art von Verkehr, die wir in der Provence erwartet hatten, aber definitiv einer der lustigsten Momente des gesamten Wochenendes.





Der letzte Abend bot außerdem die Gelegenheit, Mattias’ Geburtstag zu feiern. Er war es, der uns diese außergewöhnlichen Straßen nähergebracht und die Idee für diese Tour in den Delightful-Driving-Kalender eingebracht hat.
Am Montagmorgen hieß es schließlich Abschied nehmen und die Heimreise antreten.
Mit einer Gewissheit: Nach Sardinien dachten wir bereits, den Maßstab der Saison gefunden zu haben. Die Route Napoléon hat uns gezeigt, dass es immer noch Straßen gibt, die selbst erfahrene Fahrer überraschen können. Schnell, landschaftlich beeindruckend, abwechslungsreich und einfach unglaublich fahrenswert – genau das, was man sich von einem echten Roadtrip durch Frankreich wünscht.


